Gradierwerk in Bad Kreuznach bleibt in voller Länge erhalten

In der jüngsten Bad Kreuznacher Stadtratssitzung wurde vor dem Hintergrund der hohen laufenden Kosten intensiv über eine Kürzung des Gradierwerks 3 um 70 m diskutiert. Vorausgegangen war ein Empfehlungsbeschluss im Finanzausschuss Anfang März: An dem Alleinstellungsmerkmal werde die Axt angelegt und „70 Meter weggehackt“, zeichnete Stadtrat Wilhelm Zimmerlin ein drastisches Szenario.
Dass die Gradierwerke nicht nur Wahrzeichen der Stadt und ihrer Geschichte sind, sondern in Zeiten des voranschreitenden Klimawandels auch einen großen positiven Effekt auf das Umgebungsklima im Salinental haben, konnten wir im vergangenen Jahr in einer Klimaanalyse belegen. Unsere Messungen ergaben an der Gradierwerkswand Lufttemperaturunterschiede von bis zu 8,7 °C zur Umgebung, was die wichtige Rolle der Gradierwerke in Zeiten des Hitzestresses unterstreicht. Modellsimulationen verdeutlichten außerdem, dass sich der Kühleffekt um mehrere hundert Meter im Salinental ausbreitet. Diese Ergebnisse stellten wir der Stadtratssitzung Ende Februar 2026 mit der Empfehlung vor, die Gradierwerke zu erhalten und von einer Kürzung abzusehen.
Wir unterstützen daher die Entscheidung des Stadtrats, die Gradierwerke in voller Länge weiterzubetreiben und sprechen uns darüber hinaus für eine gesamtheitlich gedachte Aufwertung des einzigartigen, historisch gewachsenen Salinentals und seiner Gradierwerke aus, um die Attraktivität und den Tourismus des Gebiets zu steigern und dieses Wahrzeichen gezielt zu vermarkten.




