Klimazukunftsprojektionen (SSP-RCP-Szenarien)

Um künftige Folgen des Klimawandels abbilden und analysieren zu können bietet sich die Möglichkeit verschiedene Klimaszenarien - bspw. für die nahe (2021-2050) und ferne (2071-2100) Zukunft zu simulieren. Dazu nutzen wir die vom Weltklimarat (IPCC) vorgestellten SSP-RCP Szenarien .

Unsere Klimaprojektionen basieren auf den kombinierten SSP-RCP Szenarien des Weltklimarats IPCC.

Die SSP (Shared Socioeconomic Pathways) beschreiben dabei verschiedene  Entwicklungswege von Gesellschaft, Wirtschaft, Energieversorgung und Klimapolitik:

  • SSP1: Globaler Umschwung zu nachhaltigem Wirtschaften, sozialer Gerechtigkeit und wirksamen Klimaschutz
  • SSP2: Fortführung aktueller Entwicklungstrends ohne signifikante Kurskorrekturen.
  • SSP3: Geopolitische Abschottung, Nationalismus und geringe internationale Zusammenarbeit erschweren den globalen Klimaschutz.
  • SSP4: Starke soziale und wirtschaftliche Ungleichheit führt zu sehr unterschiedlichen Möglichkeiten der Anpassung an den Klimawandel.
  • SSP5: Starkes wirtschaftliches Wachstum und hoher Energieverbrauch, zunächst vor allem auf Basis fossiler Ressourcen.

Für die Klimaprojektionen werden die SSP mit einem weiteren Wert (bspw. 1.9, 2.6, 4.5, etc.) kombiniert. Diese RCP-Komponente (Representative Concentration Pathway) beschreibt die klimatische Belastung durch Treibhausgase über den sogenannten Strahlungsantrieb bis zum Jahr 2100.

So bedeutet das Szenario „SSP2-4.5“ bspw. eine mittlere sozioökonomische Entwicklung, also kein besonders nachhaltiger, aber auch kein extrem fossiler Pfad, kombiniert mit einem mittleren Strahlungsantrieb von 4,5 W/m² bis 2100.

Wie verändert sich das Klima bis 2080?

In unseren Klimaprojektionen berücksichtigen wir zentrale klimatische Parameter wie Lufttemperatur, Luftfeuchte, Strahlung und Wind. Auf dieser Grundlage lassen sich nicht nur zukünftige Klimaentwicklungen darstellen, sondern auch Veränderungen der thermischen Behaglichkeit ableiten.

Die Abbildungen zeigen die thermische Behaglichkeit als „Physiological Equivalent Temperature (PET)“ für die Jahre 2023 und 2080 im Szenario SSP2-4.5. Die PET beschreibt berücksichtigt neben der Lufttemperatur auch Luftfeuchte, Strahlung und Windbewegung.

Im Vergleich zwischen Status quo und Zukunftsszenario steigen die PET-Werte in Teilen des Untersuchungsgebiets um bis zu 3 °C. Damit weiten sich Bereiche mit erhöhter Hitzebelastung deutlich aus. Besonders im Stadtgebiet nehmen die Belastungen zu; einzelne Bereiche erreichen künftig eine Einstufung als „extremer Hitzestress“ (PET > 41°C).

Klimaprojektionen wie diese machen sichtbar, wo sich Belastungen langfristig verstärken und welche Räume besonders empfindlich auf klimatische Veränderungen reagieren. Sie bilden damit eine wichtige Grundlage, um Anpassungsmaßnahmen wie Verschattung, Begrünung, Entsiegelung und die Sicherung von Kalt- und Frischluftleitbahnen frühzeitig in Planungsprozesse einzubinden. Eine frühzeitige Analyse zukünftiger Klimaszenarien schafft daher die Grundlage, um Belastungsschwerpunkte zu entschärfen und potenzielle Risiken gezielt zu mindern.